Definition: Stress, Stressbelastungen & Stressmanagement

Als Stress im gesundheitspsychologischen Sinne bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine für nicht bewältigbar wahrgenommene Situation. Diese Stress-Reaktion kann durch eine Vielzahl von Faktoren, wie z.B. Zeitdruck oder Zeitmangel, soziale Konflikte, ein gestörtes Betriebsklima, inadäquates Führungsverhalten von Vorgesetzten aber auch persönliche bzw. familiäre Probleme ausgelöst werden. Zur Entstehung von Stress gibt es unterschiedliche Theorien und Modelle wie z.B. das Belastungs-Beanspruchungs-Modell sowie das Transaktionale Stress-Modell von Lazarus. Stressbedingte Ursachen sind mit Abstand die am stärksten zunehmenden Ursachen für Fehlzeiten in Unternehmen und können durch ein gut strukturiertes und nachhaltiges betriebliches Stressmanagement gesenkt werden.

 


Psychischer Stress – Definition

Stress ist ein Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen der Umwelt, und den persönlichen Vorraussetzungen, Möglichkeiten Fähigkeiten, Ressourcen des Individuums.
Psychischer Stress ist ein biochemischer Vorgang der nur im Kopf stattfindet, dieser wird hervorgerufen durch die Angst etwas nicht schaffen zu können bzw. nicht genügend Ressourcen zu haben eine Situation meistern zu können. Er wirkt nicht von außen auf eine Individuum ein, sondern entsteht immer nur in der gestressten Person selbst. (vgl. Becker, 1990, S.23)
Stress im Allgemeinen kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Man unterscheidet hier zwischen physischen (wie z.B. Wärme, Kälte, Strahlung, Staub, mechanische Einflüsse) und psychischen Reizen (z.B. Überforderung/ Unterforderung um Beruf, Termindruck, Ärger mit Kollegen oder Führungskräften, Verlust eines geliebten Menschen, Probleme in der Partnerschaft).

 


Stress als Schutzfunktion

Stress kann aber auch unser Überleben sichern. Der Körper besitzt eine natürliche Stressreaktion. Diese passiert ganz automatisch, ohne das wir darüber nachdenken müssen. Diese Reaktion tritt in unterschiedlichen Situationen ein wie z. B. wenn wir mit einem Auto plötzlich bremsen müssen und geschieht ohne das wir vorher drüber nachdenken.

 


Arten von Stress

Wir unterscheiden im Wesentlichen zwei unterschiedliche Arten von Stress. Einmal den positiven Stress (Eustress) und den negativen Stress (Distress). Negativen Stress wie der Stress in der Partnerschaft oder auf der Arbeit wird als belastender Stress bezeichnet, wobei der positive Stress, der Stress den jemand hat wenn sie/ er sich auf etwas besonders freut, als angenehmer Stress betrachtet wird.

 


Chronischer Stress

Stress wird gefährlich wenn er chronisch wird. Der andauernde Alarmzustand zehrt an den körperlichen und psychischen Reserven. Die eigentlich bei akutem Stress nur kurzfristige anhaltenden Reaktionen wie Muskelanspannung oder Bluthochdruck bleiben über einen längeren Zeitraum bestehen. Die Folgen sind Unruhe, Erschöpfung und depressive Störungen. Während der akute Stress für eine Verbesserung der Abwehrlage im Körper sorgt, hat der chronische Stress das genaue Gegenteil zur Folge. So lässt sich nachweisen, dass bei chronischer Stressbelastung z.B. das Immunsystem geschwächt wird und sich die Wundheilung verlangsamt. Weitere mögliche Folgen sind erhöhte Müdigkeit, Depression und Magen-Darm-Erkrankungen. Auch die Erhöhung des Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risikos sind dem chronischen Stress zuzuordnen. Seit 1994 ist der Anteil an chronisch Kranken in Deutschland um 80 % gestiegen.

 


Ursachen für chronischen Stress

Zu den Ursachen des chronischen Stresses zählen:

– Probleme im Betrieb
– zu hoher Leistungsdruck
– mehr Arbeit in der selben Zeit
– jeder 7. arbeitet in der Freizeit weiter um die Arbeit zu bewältigen und die Anforderungen zu erfüllen
– jeder 3. muss auch nach dem Feierabend noch an den Job denken und kann nach der Arbeit nicht abschalten
– 70 % der Beschäftigten gehen krank zur Arbeit


Lösungsansätze

– Sportmöglichkeiten im Unternehmen organisieren
– Impulsvorträge zu den Ursachen von erhöhtem Stress anbieten
– Arbeitsplatzsituationsanalysen, Arbeitsumfeldanalyse


 

Fazit zur Stressreduktion

Stress ist vermeidbar, mit den richtigen Arbeitsbedingungen und dem richtigen Umgang mit den Mitarbeitern. Um diese Bedingungen zu schaffen, ist ein guter Kontakt zu den Mitarbeitern wichtig. Ein offenes Ohr, und der persönliche Kontakt hilft um Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen. Zufriedene Mitarbeiter bringen mehr Leistung und sind weniger krank. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist ein wichtiger Faktor um die oben gezeigte Statistik zu verbessern, und die Arbeitsverhältnisse in den Unternehmen positiv zu beeinflussen.

 


Autor: Nico Michel, Young-Health-Experts-Programm der UBGM


 

Weitere Informationen zum Thema:

» Entspannungstechniken & Atemübungen »

» Physische und psychische Ausweichmöglichkeiten schaffen – Der Leitfaden zum Thema Burnoutprävention »

» Stresstrainings für Ihre Mitarbeiter und Führungskräfte »

Den Praxisleitfaden zum Thema “Gesund führen” finden Sie » hier »

Den Praxisleitfaden “Stressmanagement im Betrieb” finden Sie » hier »


 

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