Screening gesundes Arbeiten (SGA)

Definition & Hintergründe

Das Screening Gesundes Arbeiten (SGA) ist ein standardisiertes, strukturiertes Beobachtungsinterview zur Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz.
Das Verfahren wurde entwickelt von INQA (Initiative Neue Qualität der Arbeit), einer Initiative der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), in Kooperation mit der TU Dresden zwischen 2004 und 2008.

Mithilfe des SGAs lassen sich Belastungen am Arbeitsplatz ganzheitlich und direkt im jeweiligen Arbeitsumfeld erfassen. Das SGA folgt den Vorgaben der GDA (Gemeinsame Deutsche Arbeitsstrategie) in Bezug auf die Durchführung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen und entspricht damit den rechtlichen Ansprüchen an eine Gefährdungsanalyse.

Die Beobachtungsinterviews werden von Experten (externe Dienstleister oder im Vorfeld intern dazu geschulte Mitarbeiter) durchgeführt. Insgesamt werden vier Themenbereiche abgefragt: Arbeitsverhältnis, Physische Belastungen, Psychische Belastungen und Umgebungsvariablen.

Vorteile des Screenings gesundes Arbeiten

  • Extrem praxisnah, da Bewertung bei laufendem Betrieb (situativ)
  • Keine Störung/Unterbrechung der Arbeitsprozesse
  • Ganzheitlicher Ansatz, Erfassung vieler Faktoren
  • Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und GDA-Richtlinien für Gefährdungsbeurteilungen
  • Objektive Bewertung „von außen“ mit direkter, gleichzeitiger Einbeziehung der Belegschaft
  • Systematische Vorgehensweise

Die Verantwortlichen

  • Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASI/ SIFA)
  • Personalabteilung
  • Betriebsrat/ Personalrat (Arbeitnehmervertretung)
  • ggf. BGM-Manager/in
  • externe/r Berater/ Fachexperte

Durchführung des “Screenings Gesundes Arbeiten“ (SGA)

 

1. Tätigkeitsgruppen definieren

Sofern nicht bereits im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, werden vor Beginn der Beobachtungsinterviews die zu befragenden Tätigkeitsgruppen definiert. Die Anzahl der Befragungen pro Gruppe und das Auswahlverfahren für die zu befragenden Mitarbeiter werden besprochen und gemeinsam im Steuerungskreis festgelegt.

2. Die Beobachtung

Die eigentliche Beobachtung der Mitarbeiter folgt einer festgelegten Struktur. Die Beobachtung dauert ca. 60 Minuten, zuzüglich 45-60 Minuten Vor- und Nachbereitung. Auffälligkeiten werden vom Experten dabei auf einer standardisierten Checkliste festgehalten.

3. Das Interview

Fragen, die im Rahmen der Beobachtung nicht geklärt werden können, werden durch ein Kurzinterview im Anschluss direkt mit dem Teilnehmer geklärt, in dem auch zusätzliche, relevante Themen durch die Teilnehmer zur Sprache gebracht werden können.

4. Die Auswertung

Die Auswertung der Ergebnisse folgt anhand eines leicht nachzuvollziehenden Schemas, bei dem die Anzahl der als Belastung identifizierten Themen zusammengezählt wird. Im Anschluss werden die Belastungen anhand eines Risiko-Bewertungsbogens in Absprache mit z.B. der FASI ausgewertet und dokumentiert.

5. Die Ergebnis-Präsentation

Die Ergebnisse der Interviews werden im Folgenden dem Steuerungskreis erörtert und Maßnahmen und Lösungsansätze werden in einem konkreten Maßnahmenplan festgehalten. Der Maßnahmenplan enthält neben den Verantwortlichen und Zeitpunkten zur Implementierung auch eine Übersicht der Zeitpunkte und Methoden, zu denen die jeweilige Maßnahme auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. 

Es empfiehlt sich, die Ergebnisse z.B. im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung oder im Intranet/der Betriebszeitung zusammengefasst an die Belegschaft zu kommunizieren.

Die wichtigsten 5 Erfolgsfaktoren

 

✔ konkrete Planung im Vorfeld

✔ Ressourcen müssen freigegeben werden (Zeit für Interviews, Personal zur Organisation, ggf. Kosten externe Beratung)

✔ Transparenz über Zielsetzung, Vorgehen & Datenschutz gegenüber Mitarbeitern

✔ Unterstützung & Rückhalt durch Arbeitnehmervertretung & Führungskräfte

✔ ausführlicher Maßnahmenplan im Anschluss mit Verantwortlichkeiten & festen Terminen

Fazit

Das Screening Gesundes Arbeiten ist ein ganzheitliches Beobachtungsinterview, bei dem die verschiedenen Aspekte der Gefährdungsbeurteilung nach GDA-Leitlinie direkt am Arbeitsplatz analysiert werden. Das SGA eignet sich besonders für Betriebe, in denen Workshops oder Mitarbeiterbefragungen aus organisatorischen Gründen schwer umsetzbar sind, da Mitarbeiter ihrem Tagesgeschäft während der Beobachtung weiter nachgehen können. Gleichzeitig erlaubt der Interview-Teil, ein direktes Meinungsbild durch die Mitarbeiter zu erhalten.

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