Business-Meditation & E-Fasten – Tipps zum besseren Umgang mit Stress im Arbeitsleben und Freizeit

Stress am Arbeitsplatz – wer kennt das nicht heutzutage? Begriffe wie „Stresskrankheiten“ oder „Burnout“ geistern durch die Medien, sind inzwischen in aller Munde und in sämtlichen gesellschaftlichen Schichten angekommen. Egal ob es sich um einfache Angestellte, Führungskräfte, Schüler oder Studenten handelt, inzwischen ist klar: Fast alle fühlen sich in ihrem Arbeitsleben mehr oder weniger permanentem Stress ausgesetzt. Die ständige Informationsflut, rasend schnelle Veränderungen, Bewegungsmangel und zunehmende Anforderungen im Beruf fordern ihren Tribut. Mehr und mehr Menschen nehmen ihre täglichen Aufgaben nicht mehr als Herausforderung wahr, die zu bewältigen ist, sondern fühlen sich chronisch überfordert. Die Ergebnisse sind schlechtere Arbeitsleistungen, krankheitsbedingte Ausfälle, bis hin zu längeren Krankschreibungen wegen Rückenschäden, Depressionen, Magenproblemen, um nur einige der häufigsten Probleme zu nennen.
Die gute Nachricht ist, dass es Lösungen für Probleme mit Stress im Alltagsleben gibt. Immer mehr Unternehmen beginnen, ihr betriebliches Gesundheitsmanagement auf Vordermann zu bringen und arbeiten intensiv mit Coaches für Ernährung, Bewegung und Entspannung zusammen. Diese sollen ihre Mitarbeiter darin unterstützen, Lösungen für einen besseren Umgang mit den täglichen Anforderungen zu finden und in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.
Die folgenden Übungen aus dem Business-Yoga sind so einfach, dass jeder sie ausführen kann und sind dabei höchst wirkungsvoll. Einziger Haken: Man muss sie nur auch wirklich machen.

 


Im Hier und Jetzt Ankommen

Setzen Sie sich auf die Sitzkante Ihres Stuhles, stellen Sie die Füße hüftbreit und parallel und richten Sie die Wirbelsäule auf. Der Scheitel strebt Richtung Himmel. Schließen Sie die Augen und gönnen Sie sich diesen Luxusmoment, in dem Ihre ganze Aufmerksamkeit nur Ihnen gehört. Legen Sie eine Hand auf den Bauch, die andere auf den oberen Brustkorb. Spüren sie für ein paar Momente ihre Ein- und Ausatemzüge. Nehmen sie wahr, wie die Bauchdecke sich hebt und senkt. Nach ein paar Momenten merken sie, wie Ihr Atem und auch Ihre Gedanken sich beruhigen und Sie an Klarheit, Lebendigkeit und Präsenz gewinnen.

 


Die kleine Office-Gehmeditation

Ganz richtig gelesen: Sie müssen nicht zum Himalaya, um die Kraft der Meditation für sich nutzen zu können (die, ganz nebenbei bemerkt, inzwischen vielfach wissenschaftlich getestet und nachgewiesen wurde). Jeder Gang zum Drucker oder zur Kaffeemaschine oder auch das Treppensteigen kann für eine kleine Achtsamkeitsübung genutzt werden.
Stehen Sie auf und gehen Sie so bewusst, dass sie deutlich das Aufsetzen, Abrollen und Abheben der Füße spüren können. Nicht mehr? Nein. Nur das, aber das richtig. Nehmen Sie wahr wie sich schon nach wenigen Momenten Körper und Geist erholen und entspannen. Haben Sie einen kleinen Abstand gewonnen zu all den tausend Dingen, die bitte gestern erledigt werden sollen? Haben sie wieder das Gefühl, ihre Prioritäten richtig setzen zu können? Prima!

 


Offline sein

In vielen Unternehmen hat man endlich eingesehen: Mitarbeiter brauchen Pausen. Auch Sie brauchen Auszeiten, in denen Ihre Akkus sich wieder aufladen können. Schalten Sie also Ihr Handy in der Mittagspause, nach Feierabend oder am Wochenende mal aus und beobachten Sie, was passiert: Am Anfang könnte es vielleicht sogar ein seltsames Gefühl sein, dass die Welt sich auch ohne Ihre ständige Erreichbarkeit weiterdreht. Bleiben Sie achtsam: Wie geht es Ihnen? Sollten sie merken, dass Sie es verlernt haben, wirklich Freizeit zu haben, ist es höchste Zeit, diese Übung regelmäßig zu praktizieren, um wieder in Kontakt mit sich und Ihren Bedürfnissen zu kommen. Und vielleicht dehnen Sie das E-Fasten als nächste Stufe ganz bewußt auf andere elektronischen Kommunikationsmittel aus.

 


Dankbarkeit

Dankbarkeit spielt in unserem Arbeitsleben oft eine untergeordnete Rolle. Wir sehen immer das, was noch verbessert, optimiert werden muss, anstatt uns Zeit zu nehmen, auch die Dinge zu sehen, die gut sind. Das Ergebnis ist eine einseitig gefärbte Sicht auf die Dinge, die das Arbeitsklima vergiften kann.
Setzen sie sich hin und notieren Sie mit einem Stift auf ein Blatt Papier drei Dinge, für die Sie an Ihrem Arbeitplatz dankbar sind. Denken Sie nach und beenden sie erst die Übung, wenn Sie die drei Dinge gefunden haben. Es können Kleinigkeiten sein: Das nette, aufmunternde Lächeln von Frau Schröder heute morgen, der unterstützende Kommentar vom Kollegen in der Besprechung, der schöne Baum, der vor Ihrem Fenster steht und an dessen Anblick Sie sich jeden Tag erfreuen.
Was denken Sie, werden Sie Ihren Kollegen nach dieser Übung irgendwie anders begegnen?
Ziel dieser Übungen ist es, mit mehr Freude, Achtsamkeit und Gelassenheit den täglichen Herausforderungen zu begegnen. Wir können die Zeit nicht anhalten und müssen in unserem Arbeitsalltag mit einem gewissen Maß an Stress auskommen. Wenn Sie lernen, sich angemessene Auszeiten zu schaffen, Ihren Kollegen, Kunden und sich selbst mit echter Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zu begegnen und die eigenen Bedürfnisse zu respektieren, haben Sie einen großen Schritt in Richtung Selbstverantwortlichkeit getan. Ihre Umgebung und Sie selbst werden davon enorm profitieren.

 


Autorin: Barbara Cuesta, Business-Yoga-Coach & Inhaberin von Businessyoga Deutschland, www.businessyoga-deutschland.de

 


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