Hilfe bei Prostatavergrößerung – Neue Behandlungsmöglichkeiten

Die Prostata bereitet Männern vor allem im höheren Lebensalter Probleme. So tritt bei mehr als 40 Prozent über 60 Jahren eine benigne Prostatahyperplasie (BPH = Prostatavergrößerung) auf. Über 90 Prozent sind es sogar bei den 80-Jährigen. Es ist die häufigste urologische Männerkrankheit überhaupt. Bei BPH handelt es sich im Gegensatz zum Prostatakrebs um eine gutartige Erkrankung.

Quelle: Photo by Tim Bogdanov on unsplash.com

Von einer Prostata-Vergrößerung sind insbesondere ältere Männer betroffen.

Definition Prostata

Die Prostata ist die sogenannte Vorsteherdrüse des Mannes. Sie umgibt den kurz vor der Blase sitzenden Teil der Harnröhre. Ihre wichtigste Funktion ist die Bildung eines Sekrets, das in Kombination mit den Samenzellen sowie der Flüssigkeit anderer Drüsen das Sperma ergibt. Dieses erhält durch die Muskelfasern der Prostata beim Samenerguss die schwungvolle Beförderung durch die Harnröhre nach außen.

Ursache der Prostatavergrößerung

Auslöser für die BPH ist die altersbedingte Umstellung der Hormonproduktion. Verantwortlich für das Anwachsen des Prostatagewebes scheint ein Ungleichgewicht zwischen den männlichen sowie weiblichen Geschlechtshormonen zu sein. Je mehr sich die Prostata vergrößert, desto höher ist der Druck auf die Harnröhre oder auch direkt auf die Blase.

In der Männerwelt stellt die Prostatavergrößerung noch immer ein Tabuthema dar. Betroffene fürchten sich vor Impotenz und dem Alter, sie verschweigen oder verharmlosen ihre Beschwerden. Was vielen von ihnen nicht bewusst ist: Die Heilungschancen sind gut, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Symptome bei BPH

Gesunde Männer verfügen über einen weiten, bogenförmigen Urinstrahl. Sind sie von benigner Prostatahyperplasie betroffen, verändert sich das Bild beim Urinieren. Es kommt zum sogenannten Schuhpinkeln, schlimmstenfalls zu einer völligen Harnsperre mit Notfallsituation. Insbesondere nachts, aber auch tagsüber, besteht starker Harndrang mit vermehrtem Wasserlassen.

Betroffene leiden im weiteren Verlauf unter dem unangenehmen Gefühl einer unvollständig entleerten Harnblase. Hinzu kommt ständiges Urinträufeln, das zu einem dauerhaften Harngeruch führen kann. Die Prostatavergrößerung vermindert die Lebensqualität deutlich. Wer noch im Berufsleben steht, schämt sich oft für das häufige Aufsuchen der Toilette. Zahlreiche Männer trinken möglichst wenig oder vermeiden private Unternehmungen. Sie ziehen sich teilweise vom Sozialleben gänzlich zurück.

Quelle: Photo by National Cancer Institute on Unsplash

Die Vorbilder dieser Skulpturen litten gewiss nicht an Prostatavergrößerung.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die benigne Prostatahyperplasie kann durch:

  • eine medikamentöse Therapie,
  • andere nicht-operative sowie
  • operative Maßnahmen

behandelt werden. In vielen Fällen ist eine Operation nicht erforderlich. Schlagen andere Behandlungen jedoch nicht an, kann sie jedoch zur Vermeidung von langfristigen Problemen, darunter Harnverhalt, Harnwegsinfektionen sowie Blasensteine angeraten sein.

Holmium-Laser-Enukleation der Prostata

Als eine innovative Behandlungsmöglichkeit der BPH ist die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata, kurz HoLEP, bekannt. Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein Laser zur Entfernung des vergrößerten Gewebes zum Einsatz kommt, das sich in der Innenzone der Prostata befindet. Die Einengung der Harnröhre und daraus entstehende Störung des Harnflusses werden auf diesem Weg beseitigt. In der Regel stellt HoLEP eine dauerhafte Lösung für Patienten mit Prostatahyperplasie dar.

Im Bereich der Holmium-Laser Enukleation der Prostata verfügt die ALTA Klinik GmbH über einen herausragenden Ruf. Ihr professionelles Ärzteteam ist deutschlandweit im Einsatz, die Standorte befinden sich in folgenden Städten:

  • Berlin-Charlottenburg
  • Bielefeld
  • Düsseldorf
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Leipzig
  • München
  • Stuttgart

 

Für welche Patienten ist die HoLEP empfehlenswert?

Weisen Betroffene die typischen Anzeichen einer sehr großen Prostata auf, sind sie in der Regel für die Holmium-Laser-Enukleation geeignet. Im Einzelnen handelt es sich um Patienten mit nachstehend aufgeführten Symptomen:

  • Verspüren häufigen Harndrangs
  • unterbrochener und abgeschwächter Harnstrahl
  • mühsames Wasserlassen, das Pressen erfordert
  • stetiges Gefühl von Restharn
  • Urin-Nachträufeln
  • verzögerter Beginn beim Wasserlassen
  • Harnverhalt
  • Störungen bei der Harnblasenentleerun

Darüber hinaus ist die HoLEP empfehlenswert, wenn an Prostatavergrößerung leidende Männer bereits einen Dauerkatheder tragen müssen. Die Laser-Chirurgie, die für ein besonders präzises und blutungsarmes Operieren bekannt ist, wird heute in zahlreichen medizinischen Bereichen angewendet. Sie hat schon vielen Menschen geholfen, gesundheitliche Alltagshindernisse abzubauen und erneut eine gute Lebensqualität zu erreichen.

Funktionsweise der Holmium-Laser-Enukleation

Beim Holium-Laser handelt es sich um einen chirurgischen Laser, der für die Entfernung von Prostatagewebe eingesetzt wird. Ein Yttrium-Aluminium-Granat-Kristall  erzeugt einen gepulsten Laserstrahl, der zusätzlich mit einem Holmium (Metall der seltenen Erden) angereichert ist. Im Unterschied zu anderen Lasersystemen ermöglicht er vor allem ein punktgenaues Schneiden von Gewebe. Die Operationsmethode bietet den Vorteil, dass sie dessen vollständige Beseitigung ermöglicht. Dies gilt auch für das Vorliegen einer stark vergrößerten Prostata. Im Gegensatz zur klassischen Chirurgie verlassen Patienten nach der Behandlung die Klinik ohne Operationsschnitte am Körper.

Quelle: 65503_Pixabay-com © xaaranovack CCO Public Domain

Die Laser-Chirurgie bietet unzählige Vorteile gegenüber klassischen OP-Methoden.

 

Medikamentöse Behandlung

Generell kommen bei ärztlichen Therapien von Prostata-Vergrößerungen zunächst Medikamente zum Einsatz. Hierfür gibt es verschiedene Wirkstoffe, die mit unterschiedlichen Effekten einhergehen. Beispielsweise Alphablocker tragen zur Muskulaturentspannung im Urogenitaltrakt bei. Sie können das Wasserlassen erleichtern. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen in diesem Bereich zählen:

  • Alfuzosin,
  • Doxazusin,
  • Tamsulosin sowie

Zwar verringern diese Beschwerden, jedoch beeinflussen sie nicht die vergrößerte Prostata.

Aufgepasst! Für Finasterid, das zur Gruppe der 5-alpha-Reduktasehemmer gehört, liegt ein Warnhinweis des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte vor. Ebenso wie der Wirkstoff Dutasterid kann es mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen. Studien belegen Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie Libidoverlust, teilweise über einen jahrelangen Zeitraum.

 

Einige pflanzliche Medikamente gegen Prostata-Vergrößerung können ebenfalls Abhilfe schaffen. Zum Beispiel über Extrakte aus Kürbissamen ist bekannt, dass sie das Stoffwechselgeschehen im Prostatagewebe beeinflussen. Hingegen ist die positive Wirkung von Brennnesselwurzeln, Roggenpollen, Sabalfrüchten sowie Sitosterin nicht wissenschaftlich bewiesen.

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