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Gesund Führen auf Distanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Arbeit vom heimischen Schreibtisch ist ja den meisten bereits mehr oder weniger vertraut. Wir möchten Ihnen hier ein paar Tipps geben, wie Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitenden die Zusammenarbeit auf Distanz gut meistern können.

 

Bei sich selbst anfangen

  1. Wenn es Ihnen als Führungskraft gut geht, dann können Sie sich auch gut um Ihre Mitarbeitenden kümmern. Das mag jetzt lapidar klingen. Erfahrungsgemäß stellen Führungskräfte ihre Bedürfnisse häufig hinten an, wenn es darum geht, alles am Laufen zu halten. Fragen Sie sich: Wie gestalte ich meinen Tag, um kraftvoll zu bleiben? Planen Sie Ihren Tagesablauf, gönnen Sie sich Pausen, tun Sie etwas für Ihre Bewegung.
  2. Aber auch die Anforderungen an Ihr Führungsverhalten ändern sich beim Führen auf Distanz. Bisher hatten Sie Ihre Mitarbeitenden mehr oder weniger im Blick, jetzt müssen Sie darauf vertrauen, dass jede/r diszipliniert und engagiert an seinen/ihren Aufgaben arbeitet. Fragen Sie sich, was Sie von Ihrem Team erwarten und kommunizieren dies gegenüber Ihren Mitarbeitenden. Transparenz und Offenheit schaffen Vertrauen. Und Ihre Mitarbeitenden brauchen Vertrauen in Ihre Führungskraft, damit sie sicher sein können, bei Problemen und mit ihren Sorgen nicht alleingelassen zu werden.

Die Basis für Vertrauen sind ein klar definierter Rahmen fürs tägliche Tun – und Kommunikation. Auch wenn persönliche Kontakte und kollegialer Austausch fehlen, ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden weiterhin ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen spüren.


Klare Regeln

  1. Vereinbaren Sie ein tägliches Teammeeting zum Start in den Tag oder feste Teammeetings zum konkreten Austausch über die Arbeit zum Beispiel montags um 10.00 Uhr, mittwochs 16.00 Uhr, freitags 14.00 Uhr mit Ausblick auf die kommende Woche. Nutzen Sie diesen Termin um zu klären, was für jede/n an diesem Tag ansteht, wie die Arbeit läuft, wo es eventuell Schwierigkeiten gibt, wer Unterstützung benötigt. So bleiben alle auf dem laufenden und – noch wichtiger – das Team verliert sich nicht aus den Augen.
  2. Lassen Sie das Team mitentscheiden, ob die gewählte Struktur gut passt oder ein anderer Turnus besser geeignet ist. Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Team, welche Regeln für ein gutes Miteinander benötigt werden. Das stärkt das gegenseitige Vertrauen und ist ein Zeichen der Wertschätzung. Themen können z.B. die Arbeitszeit, die Kommunikation, die Erreichbarkeit oder die Zusammenarbeit sein.
  3. Gerade bei Telefon- und Videokonferenzen ist Vorbereitung sehr wichtig. Eine Agenda hilft, die Ziele des Gesprächs im Auge zu behalten.

 


Photo by Clem Onojeghuo on Unsplash

Austausch und Kommunikation:

  1. Planen Sie für die Teammeetings ruhig etwas mehr Zeit ein als vielleicht normalerweise üblich. Das Arbeiten auf Distanz bringt viele individuelle Herausforderungen und Unsicherheiten mit sich. Zeigen Sie nicht nur an den fachlichen Themen Interesse, sondern auch am Menschen. Ein vermehrter Austausch und konstruktives Feedback sind beim Arbeiten auf Distanz deutlich wichtiger geworden. Eine gute Stimmung und ein gutes Betriebsklima sind eine wichtige Voraussetzung für ein motiviertes Miteinander.
  2. Beginnen Sie die Meetings damit, was gut läuft. Würdigen Sie die Erfolge des Teams – ein Lob dient insbesondere beim Führen auf Distanz der Sicherheit und Motivation.
  3. Belange, die nur einzelne Teammitglieder betreffen, ob persönlich, fachlich, Lob oder Kritik, sollten Sie einzeln mit der/dem entsprechenden Mitarbeitenden am Telefon oder persönlich besprechen. Suchen Sie den Dialog, wenn Ihnen Veränderungen an einzelnen Teammitgliedern auffallen.
  4. Bei telefonischen oder online-meetings geht ein Großteil, wenn nicht die gesamte nonverbale Kommunikation wie Augenbewegungen und Mimik verloren. Nutzen Sie die Methode des aktiven Zuhörens, um Ihren Mitarbeitenden zu signalisieren, dass Sie sie verstanden haben und motivieren Ihr Team, in online-meetings die Kommentar-Funktionen (Daumen hoch/Klatschen) und die Chat-Funktion einzusetzen. Das schafft Sicherheit, gibt Rückenstärkung und macht Spaß.
  5. Für den fachlichen Austausch untereinander können Sie ein Team-Chat in Caesar einrichten lassen. Das ermöglicht einen unkomplizierten fachlichen Austausch und schnelle Abstimmungen.
  6. Machen Sie deutlich, dass Sie für alle jederzeit ansprechbar sind.


Selbstmanagement

  1. Den Arbeitsalltag im Home-Office eigenständig zu strukturieren, stellt für die meisten eine Herausforderung dar. Oft fehlt die räumliche Trennung von Arbeitsplatz und privatem Wohnbereich. Kinder oder andere Familienmitglieder sind im Hintergrund und zeitliche Grenzen zwischen privater und Arbeitszeit müssen entwickelt und etabliert werden. Signalisieren Sie Ihr Interesse und bitten Ihre Mitarbeitenden, selbst anzusprechen, wenn sie Unterstützung zum Beispiel bei der Arbeitsorganisation benötigen.
  2. Wertvolle Informationen für die Arbeit im Home-Office, angefangen beim Zeitmanagement über Ernährung bis hin zum Home-Office mit Kind finden Sie und Ihre Mitarbeitenden zum Beispiel in unserem Praxisleitfaden “Gesund arbeiten im Home-Office”.

Offenheit

Wenn am Anfang noch nicht alles reibungslos funktioniert, sagen Sie Ihrem Team, dass diese Situation auch für Sie noch Entwicklungsgebiet ist und laden Sie Ihre Mitarbeitenden ein, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und bitten um Vorschläge.

 


Autorin: Kerstin Hamann, Die GesundheitsManager

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