Mobilität im Alter als Schlüssel zum Glück

Viele ältere Menschen leiden darunter, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, ihre eigene Wohnung zu verlassen. Immer größer werden die Hürden, die im öffentlichen Leben auf sie warten. Damit einher geht jedoch auch ein deutlicher Verlust an Lebensqualität, denn die eigenständige Mobilität ist der Schlüssel zur Teilhabe am aktiven Gesellschaftsleben und deshalb auch sehr wichtig für das eigene Wohlbefinden. Doch welche Möglichkeiten bieten sich für Senioren, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind?

 

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Ausflüge ohne fremde Hilfe: Für viele ältere Menschen der Schlüssel zu mehr Lebensqualität.

 


Die Senioren haben sich verändert

Das Bild, dass viele von älteren Menschen im Kopf haben, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Das biologische Alter der meisten ist heutzutage deutlich niedriger als noch vor 20 oder 30 Jahren.

Darüber hinaus wird die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren immer heterogener. Ihre Gewohnheiten und ihr Freizeitverhalten differenzieren sich deutlich. Die Zahl der technikaffinen Menschen im höheren Alter ist im Steigen, da viele von ihnen noch während ihres Arbeitslebens mit den ersten Auswirkungen der Digitalisierung konfrontiert waren.

Das Schlimmste, was die Gesellschaft deshalb tun kann, ist es deshalb, einfach alle älteren Menschen in einen Topf zu werfen. Jeder ältere Mensch in Deutschland ist ein Mitbürger mit seinem persönlichen Wohnumfeld, seinen sozialen Kontakten, seiner persönlichen Einstellung und seinem Wertebild. Ebenso ist die Art und Weise unterschiedlich, auf welche Verkehrsangebote Personen dieser Altersgruppe zurückgreifen.

Manch einer findet sich sehr gut im öffentlichen Verkehr zurecht, andere rufen telefonisch ein Taxi oder ordern einen speziellen Fahrtendienst und manche organisieren sich einfach mit Hilfe ihres Smartphones ein Fahrzeug von Uber, dass sie von A nach B bringt.

Wer sich seine Autonomie zumindest für kurze Wege in der näheren Umgebung erhalten möchte, hat zusätzlich auch noch die Möglichkeit, sich ein Elektromobil oder einen Elektrorollstuhl zu besorgen.

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Immer mehr ältere Menschen können mittlerweile gut mit Computern umgehen.

 


Elektromobile als praktische Helfer im Alltag

Das Straßenbild hat sich in den letzten Jahren ebenfalls deutlich verändert. Vor ein paar Jahren waren neben einer Vielzahl von Autos ein paar Motorräder und Fahrräder unterwegs. Heutzutage gestaltet sich das Treiben auf der Straße wesentlich vielfältiger. Viele Menschen fahren mit dem E-Bike zur Arbeit, junge Menschen nutzen für kurze Wege gerne Leih-Scooter und die ältere Zielgruppe ist mit Elektromobilen unterwegs.

Für sie sind die Elektromobile eine wunderbare Möglichkeit, um trotz ihrer eingeschränkten Beweglichkeit ihr Leben aktiv gestalten zu können. Es ist zwar schön, wenn Verwandte, Nachbarn, Freunde und Bekannte ihre Hilfe anbieten, doch noch schöner ist es für ältere Menschen, nicht zwingend darauf angewiesen zu sein.

Mit Elektromobilen werden Strecken, die kaum noch zu Fuß beziehungsweise mit Rollatoren und anderen Gehhilfen nicht mehr bewältigt werden können, wieder zum Spaziergang. Die Vielfalt an unterschiedlichen Modellen und passendem Zubehör ist mittlerweile sehr groß. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf auf ein paar entscheidende Faktoren zu achten.

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Reichweite. Je nach Modell gibt es hier sehr große Unterschiede. Manche Modelle schaffen gerade einmal 10 bis 12 Kilometer, während es andere auf 40 bis 50 Kilometer bringen. Eine Zusatzbatterie als Zubehör sorgt hier für Sicherheit. Einige Elektromobile lassen sich auch mit wenigen Handgriffen zusammenklappen. Das ist vor allem dann wichtig für alle, die es im Kofferraum eines Autos verstauen möchten.

Darüber hinaus kommt es darauf an, welche Strecken im Alltag mit dem Elektromobil bewältigt und welche Lasten damit transportiert werden sollen. Wer mehrmals pro Woche längere Distanzen zurücklegt, sollte auf eine gute Federung und eine entsprechende Polsterung achten. Wer hingegen etwas mehr einkaufen möchte als Lebensmittel, sollte auf die Möglichkeiten der Zuladung achten. Manche Modelle bieten Kapazitäten von 150 Kilogramm und mehr.

Selbstverständlich spielt auch das Budget eine entscheidende Rolle. Einstiegsmodelle sind ab etwa 1.400 Euro erhältlich. Je nach Reichweite, Ausstattung und Komfort steigen die Preise für gute Mittelklassemodelle auf etwa 3.000 bis 4.000 Euro.

 


Elektrorollstühle als praktische Alternative

Elektromobile haben viele Vorteile, jedoch einen kleinen Nachteil: Für manche sind sie aufgrund ihrer besonderen gesundheitlichen Handicaps einfach keine Option. Das ist für die Betroffenen aber noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Denn seit ein paar Jahren erobern Elektrorollstühle den Markt, die auch diesen Menschen eine Möglichkeit bieten, ihre Mobilität zu bewahren.

Die modernen Gefährte sind echte Allroundtalente. Denn mit ihnen ist es auch sehr gut möglich, Fahrten mit dem Bus oder mit der Bahn zu unternehmen. Bei Ausflügen mit dem Auto können sie zusammengefaltet und platzsparend im Kofferraum transportiert werden.

Der Sitz, die Rückenlehne sowie die Fuß- und Kopfstützen lassen sich flexibel verstellen und ermöglichen so eine maximale Anpassung an die eigenen Körperabmessungen. Einige Modelle sind zusätzlich mit einer Stehfunktion ausgestattet. Dabei werden die Nutzer mit Gurten fixiert und im Anschluss daran einfach per Knopfdruck aufgerichtet. Die stehende Haltung verbessert die Durchblutung und sorgt für eine leichtere Atmung. Die Anspannungen, die durch das ständige Sitzen im Rollstuhl entstehen, können dadurch deutlich verringert werden.

Die Einstiegspreise für Elektrorollstühle liegen bei etwa 1.800 Euro. In bestimmten Fällen werden die Kosten für einen Elektrorollstuhl von der Kasse übernommen. Zu diesem Zweck müssen sie vorher per Rezept verschrieben werden. Die Notwendigkeit muss dabei durch den behandelnden Arzt festgestellt werden. Um das gewünschte Modell zu erhalten, ist es erforderlich, einen Kostenvoranschlag vom Händler gemeinsam mit dem Antrag auf Kostenübernahme bei der Kasse einzureichen.


Mobilität ist kein Selbstzweck

Die Gesellschaft sollte ein Interesse daran haben, Senioren aktiv am Gesellschaftsleben teilhaben zu lassen. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen. Denn die älteren Menschen verfügen heutzutage über eine hohe Kaufkraft. Ziehen sie sich wegen mangelnder Mobilität zurück, entfallen damit auch Umsätze für den Einzelhandel.

Viel wichtiger sind aber die gesellschaftlichen Auswirkungen. Eine Gesellschaft, die ältere Menschen kategorisch von der Teilnahme am sozialen Leben ausschließt, verzichtet freiwillig auf die Lebenserfahrung dieser Menschen und auf ihr gesellschaftliches Engagement.

Denn viele Seniorinnen und Senioren helfen gerne anderen Menschen wie Flüchtlingen oder Obdachlosen, wenn ihnen die Möglichkeit dazu geboten wird. Mobilität im Alter ist deshalb immer ein Gewinn für alle Menschen. In der Familie, im Dorf und in der Großstadt.

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