Das Wichtigste in Kürze:
Ein Gesundheitstag ist eine zeitlich begrenzte, meist eintägige Aktion im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Er dient als niederschwelliges Instrument, um Beschäftigte für gesundheitsbewusstes Verhalten am Arbeitsplatz zu sensibilisieren und Impulse für ein nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu setzen.
Strukturell kombiniert ein Gesundheitstag theoretisches Wissen mit praktischen Erlebnissen. Das Angebot umfasst typischerweise:
Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken, gesundheitliche Risiken frühzeitig aufzudecken und das Wohlbefinden im Unternehmen zu steigern.
Aus der Praxis
Praxiserfahrungen zeigen jedoch: Ein isolierter Gesundheitstag verpufft ohne langfristigen Effekt. Seine volle Wirkung entfaltet er als strategischer Auftakt oder begleitende Maßnahme innerhalb eines ganzheitlichen BGM-Prozesses (DIN EN ISO 45001).
Gesundheitstage sind weit mehr als Gesundheitsbenefits. Sie dienen dazu, Gesundheitsförderung im Unternehmen greifbar und lebendig zu machen. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich intensiv über gesundheitliche Themen und gesunde Lebensweisen in der Arbeits- und Freizeitwelt zu informieren. Darüber hinaus bieten persönliche Beratungsgespräche bei Gesundheitsexperten die Chance, individuell auf die Bedürfnisse des Mitarbeiters eingehen zu können.
Ein Ziel von Gesundheitstagen ist es, Mitarbeiter zu einem eigenverantwortlichen, aktiven und gesunden Lebensstil zu motivieren und diesen nachhaltig zu verankern. Für Sie als betrieblicher Gesundheitsmanager bietet der Gesundheitstag für Ihren Betrieb eine hervorragende Möglichkeit, das Commitment Ihrer Mitarbeiter zu stärken und eine positive Wirkung nach innen und außen zu erzielen.
Um Mitarbeiter zu motivieren, beruflich und privat fürsorglich mit der eigenen Gesundheit umzugehen, ist es wichtig, dass die Bedürfnisse und Probleme der Mitarbeiter im Mittelpunkt des Gesundheitstages stehen. Impulse für eine Sensibilisierung zu einem gesünderen Lebensstil können z. B. informative BGM-Vorträge (30-60 min.) sein, die die Begeisterung für einen gesunden Lebensstil wecken.
Mit aktiven Workshops (30-60 min.) hingegen wird das Bewusstsein für die eigene Gesundheit geschärft und Optionen zur Verbesserung des Wohlbefindens für den Mitarbeiter spürbar gemacht. Der Gesundheitstag wird so zu einer Chance für Ihre Mitarbeiter, diverse gesundheitsfördernde Aktivitäten gemeinsam auszuprobieren. So wird auch der ein oder andere „Gesundheitsmuffel“ dazu animiert mitzumachen. Unsere Erfahrung zeigt immer wieder, dass die gemeinsamen Aktivitäten die Kollegen zusammenschweißen und sich positiv auf das Teambuilding auswirken.
Die Dauerbrenner sind Gesundheitschecks. Im Zuge dieser haben Ihre Mitarbeiter die Möglichkeit, sich durch unterschiedliche medizinische oder sportwissenschaftliche Untersuchungen testen zu lassen und z. B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Bewegungsapparates, Stoffwechsels oder vegetativen Nervensystems rechtzeitig zu erkennen. Aber auch präventive Effekte werden hier erreicht. Sinnvoll ist hierbei eine professionelle Beratung durch entsprechende Gesundheitsexperten zu ermöglichen, die den Kollegen erläutern, wie sie auf einfache Art und Weise mehr Gesundheit in ihr Leben bringen und diese Rituale fest in den Wochenalltag integrieren.
Kleine Diskussions- und Fragerunden (30-60 min.) online oder vor Ort empfehlen sich abschließend, um unterschiedliche Bereiche zu vertiefen. Natürlich können auch Anregungen der Mitarbeiter aufgenommen und in Ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement anschließend weiter bearbeitet werden.
Die Kosten variieren je nach Mitarbeiteranzahl und Modulauswahl. Auch die Budgets reichen von 10.000-100.000 € für einen Gesundheitstag oder eine Gesundheitswoche pro Jahr. Oft sind hier auch Kooperationen mit Krankenkasse für Gesundheitstage möglich. Diese können die Eigenanteile für Unternehmen senken.
Ja, in der Regel wird ein Gesundheitstag im BGM als Arbeitszeit gewertet. Dies unterstreicht die Wertschätzung des Arbeitgebers und erhöht die Teilnahmequote massiv.
Die Ideen für einen Gesundheitstag sind vielfältig. Unsere Erfahrung zeigt 2 Herangehensweisen.
Hierbei wird ein bunt gemischtes Angebot nach dem Motto „Überall mal reinschnuppern“ zusammen gestellt und in kurzen kompakten Formaten organisiert.
Für diese Variante entscheiden sich oft Unternehmen, die bereits viele Jahre Gesundheitstage anbieten und die Wirkung durch einen thematischen Fokus, wie z.B. Resilienz, Schlaf oder Ernährung setzen wollen. Oft integriert in ganze Themenjahre.
Die Themen und Ziele eines Gesundheitstages sind natürlich sehr spezifisch und auf das jeweilige Unternehmen abzustimmen.
Die Planung und Durchführung eines Gesundheitstages braucht eine gute und klare Organisation – „Nach dem Gesundheitstag ist vor dem Gesundheitstag“. Mit einem gezielten und strukturierten Vorgehen gelingt es Ihnen jedoch schnell Neuerungen erfolgreich umzusetzen.
Das 3-Phasen-Stufenmodell für Ihren erfolgreichen Gesundheitstag
„Nach dem Gesundheitstag ist vor dem Gesundheitstag“
Bevor die eigentliche Eventplanung startet, schaffen Sie ein stabiles strategisches Fundament. In dieser Stufe laufen alle organisatorischen Fäden zusammen:
Basierend auf den Ergebnissen Ihrer Analyse geht es nun in die detaillierte Ausplanung und das eigentliche Live-Event:
Diese Phase entscheidet über den nachhaltigen Erfolg und den Value on Investment (VOI) Ihres Budgets. Ein Gesundheitstag darf keine isolierte Eintagsfliege sein:
Der BGM-Erfolgsfaktor: Wie ein betrieblicher Gesundheitstag durch cleveres Marketing zum Publikumsmagneten wird.
Ein betrieblicher Gesundheitstag bietet Unternehmen eine hervorragende Chance, das Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu schärfen, die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern und langfristig Fehlzeiten zu senken. Doch das beste Programm nützt wenig, wenn am Veranstaltungstag die Räume leer bleiben. In jedem Betrieb sollten Investitionen in die Mitarbeitergesundheit eine maximale Wirkung und hohe Teilnahmeraten erzielen.
Unsere Erkenntnisse zeigen für die Marketing-Praxis ein Vorgehen in 4 Schritten:
Effektives Marketing beginnt weit vor der Gestaltung des ersten Plakats. Großunternehmen zeichnen sich meist durch eine heterogene Belegschaft aus. Ein Einheitskonzept in der Kommunikation greift hier zu kurz.
Das Ziel dieser Phase ist es, Aufmerksamkeit zu generieren und das Datum im Bewusstsein der Belegschaft zu verankern, ohne bereits alle Details vorwegzunehmen.
In dieser Phase wird das konkrete Programm transparent gemacht und der Zugang so einfach wie möglich gestaltet.
Kurz vor der Veranstaltung gilt es, die Kurzentschlossenen zu mobilisieren und die Vorfreude auf dem Höhepunkte zu halten.
Merke
Mit einer strategischen und kreativen internen Kommunikation wird der Gesundheitstag vom Pflichttermin zum echten Benefit, den die Mitarbeitenden gerne annehmen.
Der Hintergrund ist folgender: Rechtssicherheit steht bei HR und Finanzen ganz oben auf der Agenda.
So gehen Sie auf „Nummer sicher“
Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung sind nach § 3 Nr. 34 EStG bis zu einem Freibetrag von 600,00€ pro Mitarbeiter und Jahr lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, sofern sie den Kriterien des GKV-Leitfadens Prävention entsprechen. Als BGM-Verantwortliche sichern Sie sich hier ab wenn Sie sich im Vorfeld eine schriftliche Auskunft beim Finanzamt zu Ihren geplanten Maßnahmen einholen.
Ein gelungener Gesundheitstag ist nur dann für Ihr Unternehmen wirksam, wenn die gewonnenen Impulse für nachhaltige Veränderungen genutzt werden. Dazu sollten die Anregungen und Ideen des Gesundheitstages im Vorfeld auf Ihre Umsetzbarkeit überprüft und von den Verantwortlichen des betrieblichen Gesundheitsmanagements evaluiert werden.
Anschließend können z. B. Anregungen in konkrete gesundheitsförderliche Maßnahmen umgesetzt werden. Eine transparente und klare Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern ist in diesem Schritt nicht nur unabdingbar, sondern steigert auch deren Zufriedenheit, da sie sich ernst genommen und einbezogen fühlen.
Eigenverantwortung statt Zwang
Wichtig ist jedoch darauf hinzuweisen, dass Gesundheitstage die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit beim Mitarbeiter stärken und sie nicht zu etwas zwingen sollen.