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Gesund führen und leben: Frauen in Führungspositionen

Trotz einiger Bemühungen sind Frauen in Führungspositionen noch immer selten zu finden. Haben sie den Weg durch die „gläserne Decke“ geschafft, treffen sie auf einige Widerstände. Deshalb müssen Frauen als Führungskräfte besonders gut auf ihre psychische und physische Gesundheit achten.

 

Besser geeignet…

Frauen sind die besseren Anführer. Das zeigt eine Studie der Norwegian Business School. [1] Wissenschaftler haben hier 2900 Führungskräfte und ihre Eigenschaften untersucht, darunter auch 900 Frauen. Das Ergebnis: Frauen sind als Führungskräfte stringenter in ihrer Kommunikation, für Innovationen offener als ihre männlichen Kollegen und besser darin, Mitarbeiter zielgerichtet zu unterstützen. Vier von fünf Kategorien können Frauen für sich entscheiden – nur mit Stress können sie laut Studie etwas schlechter umgehen als Männer.

 


… und trotzdem unterrepräsentiert?

Trotz dieser herausragenden Eignung sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young ist nur jede fünfte Führungsposition in mittelständischen Unternehmen mit einer Frau besetzt, in Dax-Konzernen nur jede zehnte Position. [2] In der Studie wurde auch herausgearbeitet, dass lediglich 17 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen eine aktive Frauenförderung betreiben. Acht Prozent gaben an, dass diese Förderung in dem Anbieten von Modellen zur flexiblen Arbeitszeit besteht, sieben Prozent bieten Trainings für Frauen zur Förderung ihrer Karriere im Unternehmen an. Auf Platz drei stehen mit sechs Prozent Führungskräftetrainings zur Sensibilisierung der Thematik ‚Gleichstellung von Frauen‘. Nur fünf bzw. drei Prozent der Unternehmen unterstützen Frauen mit der Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten oder indem sie an einer aktiven Verringerung der Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in gleicher Position arbeiten.

 


Was belastet Frauen in Führungspositionen?

Für Frauen ist es schwierig in Führungspositionen zu gelangen, sind sie erst einmal dort, gilt es, sich zu beweisen. Sie haben oftmals mit Problemen an mehreren Fronten zu kämpfen:

  • In dem Wochenbericht „Frauen in hohen Führungspositionen“ [3] des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung wird angegeben, dass Frauen in hohen Führungspositionen signifikant häufiger in nichtehelichen Partnerschaften und ohne Kinder im Haushalt leben als andere Frauen. Das ist auch auf die Erwartungshaltung zurückzuführen, die an Frauen in hohen Positionen gestellt werden. Wird der Kinderwunsch aufgrund dieser Erwartung zurückgestellt, kann dies zu einer großen emotionalen Belastung werden.
  • Vereinbarkeit von Familie und Karriere: Gibt es wiederum eine Familie und Kinder, besteht ein hoher Druck, alle Aufgaben zu erfüllen und alle Lebensbereiche optimal miteinander zu verbinden.
  • Keine Karriere in Teilzeit: Noch immer ist es in Deutschland nahezu undenkbar, als Führungskraft in Teilzeit zu arbeiten. Müttern und Frauen, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, stehen hier besonders unter Druck.

 

Frauenpower – Seminar für Frauen in Führungspositionen

Die UBGM bietet Frauen spezielle Führungskräfte-Seminare, in denen jede Teilnehmerin lernt ihre Stärken zu reflektieren, einzusetzen und in ihren beruflichen und privaten Rollen gesund zu bleiben.

 


Wie wirkt sich das Stress-Level auf die Gesundheit von Frauen aus?

Frauen mit Kinderwunsch, Mütter oder Frauen mit pflegebedürftigen Angehörigen, Freizeitaktivitäten und die Paarbeziehung – neben dem Beruf gibt es verschiedene Lebensbereiche, die mit den kräftezehrenden Aufgaben einer Führungskraft vereinbart werden müssen. Zu diesem Versuch der Vereinbarkeit kommen stressige Phasen im Beruf, Projektmanagement und damit einhergehende Überstunden. Frauen müssen aktiv gegen Erschöpfungszustände arbeiten, es drohen aber auch körperliche Erkrankungen. Eine Studie der Ohio State Universität untersuchte den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und schweren chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Herzerkrankungen, Krebs, Arthritis, Diabetes oder chronischen Lungenerkrankungen wie Bronchitis, Asthma, Depression und hohem Blutdruck. Für die US-amerikanische Studie wurden die Daten von mehr als 12.000 Menschen ausgewertet. [4] Diese hatten den Forschern 32 Jahre lang über ihre Wochenarbeitszeit und ihre Gesundheit Auskunft gegeben. Heraus kam, dass besonders Frauen unter Stress und Überstunden leiden. Arbeiten Frauen mehr als 40 Arbeitsstunden pro Woche, steigt bereits das Risiko an den verschiedenen genannten Krankheiten zu leiden. Das Risiko steigt noch einmal deutlich ab einer Arbeitswoche mit mehr als 50 Stunden und verdreifacht sich ab 60 Wochenstunden. Bei Männern wurde lediglich ein erhöhtes Arthrose-Risiko ab einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden festgestellt.

 


Worauf sollten Frauen in Führungspositionen selbst und Unternehmen achten?

Damit Frauen in Führungspositionen sichtbar sind, müssen sie einen starken Charakter und hohe Qualifikationen mitbringen. Bei aller Leistungsbereitschaft sollten sie immer darauf achten:

  • sich nicht selbst zu verlieren und unbewusst tradierte Verhaltensweise der bisher stark durch Männer geprägten Führungsebenen zu übernehmen
  • die Work-Life-Balance zu erhalten. Denn durch Doppelbelastungen in Beruf, Haushalt und Familie kann es schnell zu Erschöpfungszuständen kommen

 


Und was können Unternehmen zur Frauenförderung beitragen?

Vereinbarkeit von Karriere und Familie:

  • Laut dem DIW-Wochenbericht hat der verstärkte Kita-Ausbau einen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit im Familienleben, wenn beide Partner bzw. Alleinerziehende vollzeitberufstätig sind. Das zeigten Untersuchungen in Deutschland zwischen den Jahren 2007 und 2012.
  • Angebote wie Home Office und flexible Arbeitszeiten: Führungskräfte stehen unter dem ganz besonderen Druck der Präsenzkultur. Die Annahme dahinter: Nur ein Chef der anwesend ist, hat seine Mitarbeiter auch im Griff. Dabei haben auch Führungskräfte ein Recht darauf, ihren Arbeitstag flexibel zu gestalten. Vor allem Müttern wird es durch Home Office-Angebote erleichtert, in Betreuungsengpässen weiterhin produktiv zu sein.

(Mentoring-)Programme:

Da Männer auf Führungsebenen noch immer in der Überzahl sind, fällt es Frauen mitunter schwer, sich in die „Männerdomäne“ einzufühlen und eine gemeinsame Kommunikationsebene zu finden. Durch (Mentoring-)Programme kann dieser Prozess erleichtert werden. Dabei werden weibliche Führungskräfte von erfahrenen Kollegen/Kolleginnnen unterstützt, sei es mit Ratschlägen, Netzwerken oder durch Wissensvermittlung.

Das Frauenbild in der Unternehmenskultur:

Es können noch so viele Instrumente zur Frauenförderung eingesetzt werden – wenn sich ein wohlwollendes und wertschätzendes Frauenbild nicht in der Unternehmenskultur widerspiegelt, werden sie nicht das gewünschte Ergebnis liefern. Strategien des Gender Mainstreams und das Herausarbeiten von sogenannten Role-Models, die zur Identifikation dienen, können den Anfang machen.

 

 

 


Weiterführende Informationen:

1: Studie zu Führungsqualitäten: hier lesen

2: Studie zu Frauenanteil in Führungspositionen: hier lesen

3: Wochenbericht DIW: hier lesen

4: Studie Wochenarbeitszeit Frauen: hier lesen

 

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