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UBGM-Newsletter 02/10 - Deutsche Unternehmen am Rande der Belastbarkeit angekommen?

UBGM-Newsletter 02/10 - Deutsche Unternehmen am Rande der Belastbarkeit angekommen?

 

Unsere Themen:

  1. Deutsche Unternehmen am Rande der Belastbarkeit angekommen? - Betriebliches Gesundheitsmanagement als Ausweg aus der Stress-Spirale
  2. Betriebliche Gesundheitsanalysen in Unternehmen stark gefragt
  3. Präventionsgesetz auf Eis gelegt

 

Thema 1:

Deutsche Unternehmen am Rande der Belastbarkeit angekommen? - Betriebliches Gesundheitsmanagement als Ausweg aus der Stress-Spirale

Nach dem Ende der wirtschaftlichen Depression folgt in vielen deutschen Unternehmen ein gesundheitlicher Erschöpfungszustand. Mitarbeiter und Führungskräfte sind am Rande der Belastbarkeit angekommen.

Die Wirtschaftskrise ist ökonomisch betrachtet überstanden. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) werden 2010 für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent und für 2011 von 2,1 Prozent erwartet. Doch wie steht es um die Belegschaften?

Das letzte Jahr war gekennzeichnet durch ein hohes Engagement vieler Mitarbeiter und besonders der Leistungsträger in den Betrieben. "Durchhalten und die Krise überstehen" war oberstes Gebot. Eine Vielzahl der Mitarbeiter arbeitete in den letzten Monaten am Rande ihrer Belastbarkeit und manchmal auch darüber hinaus. Dies führte dazu, dass das normale Maß an Stressbelastung deutlich überschritten wurde und zum sog. "Dis-Stress", dem "ungesunden Stress" wurde. Das zeigt auch die neuste Studie des BPTK (siehe Link-Tipp)

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Belastungsgrenze erreicht

Eigentlich sollte nach einer solchen Belastungsphase, ähnlich wie im sportlichen Training, eine Erholungs- bzw. Konsolidierungsphase folgen. Doch im Wirtschaftsleben ist in Zeiten der Globalisierung und "Just-in-time"-Produktion kaum zu denken. Nach der Krise folgt der wirtschaftliche Aufschwung und damit bleibt keine Zeit zum durchatmen. In vielen Unternehmen steigen die Auftragszahlen wieder und jeder Mitarbeiter ist nach Zeiten des Personalabbaus in den letzten Jahren wieder voll gefordert. Aus "Dis-Stress" sollte wieder "Eu-Stress", der "gesunde Stress" werden - doch weit gefehlt. Aktuelle Erfahrungsberichte aus vielen Unternehmen zeigen, dass Mitarbeiter wie Unternehmensführung am Rande der gesundheitlichen Belastbarkeit angekommen sind.

Viele versuchten sich nach dem langen, kalten und sonnenarmen Winter irgendwie über den ausgefallenen Frühling hin zum Sommer zu retten, mit der Hoffnung, dass die sonnigen Tage wieder die nötige Energie für das Weitermachen brächten. Viele von diesen Menschen stellen jetzt jedoch fest,dass dies nicht ausreicht. Die Grenzen der Belastbarkeit sind weit überschritten worden und oftmals folgt gerade in diesen Tagen die große Erschöpfung am Rande des völligen Zusammenbruchs. Dies zeigt sich häufig durch depressive Verstimmungen, Energielosigkeit, Infektanfälligkeit, Erkältungen und Schlafstörungen. Betroffen hiervon sind Mitarbeiter, Führungskräfte und Geschäftsführer gleichermaßen.

Die 3 Säulen einer gesunden Personalpflege

Wenn jetzt kein konsequentes Handeln stattfindet, dann kann das verheerende Folgen mit sich bringen. Teure Langzeiterkrankungen bis hin zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit, z.B. durch Burnout sind dann zu erwarten. Die Integration eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements kann hierfür eine mittel- bis langfristige Lösung sein. Doch aktuell sind auch kurzfristige Maßnahmen im Rahmen eines BGMs sehr sinnvoll. So gilt es gerade jetzt drei der wichtigsten Säulen einer gesunden Personalpflege zu berücksichtigen:

1) Sicherheit
2) Wertschätzung
3) Betriebsklima.

Sicherheit geben

Eine Vielzahl an Studien belegen, dass die Angst um den Arbeitsplatz eine der größten Belastungsfaktoren für den Mitarbeiter ist. Hier rät es sich durch eine ehrliche Kommunikation, z.B. im Rahmen einer Betriebsversammlung, das Vertrauen in das eigene Unternehmen zu stärken bzw. wieder zu gewinnen.

Wertschätzung äußern

In diesem Punkt sind hauptsächlich die Führungskräfte und Unternehmensführungen gefragt. Diese sollten sich, nach der wirtschaftlich anstrengenden und teilweise auch kritischen Phase, die Zeit nehmen, ihrer Belegschaft am besten persönlich zu danken. So sollte sich der Geschäftsführer wie seine Abteilungsleiter ein paar Stunden einplanen und einen Gang durch die Firma machen und das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern suchen. Dieses Zeichen der Wertschätzung wirkt mehr und nachhaltiger als jede Gehaltserhöhung.

Betriebsklima pflegen

Ein gesundes Betriebsklima, also der Umgang miteinander und Respekt voreinander, ist eines der wichtigsten Ressourcen jedes Unternehmens. Viele Mitarbeiter kommen nur noch gern in die Firma, weil sie sich auf die nette Kollegin oder den netten Kollegen freuen. Und umgekehrt sind unfreundliche und respektlose Kollegen und Führungskräfte oft der Grund für motivational und auch gesundheitlich bedingte Fehlzeiten. Auch hierzu können die Führungskräfte eines Unternehmens durch einen gesunden Führungsstil viel beitragen.

Berücksichtigt und fördert man diese 3 großen Ressourcen im Betrieb und gibt man den Mitarbeiter etwas Zeit zum Durchatmen und regenerieren, so sind wichtige Voraussetzungen geschaffen auch in Zukunft ein leistungsfähiges Unternehmen zu bleiben.


Autor: Stefan Buchner, MPH, Geschäftsführer & Gesundheitsberater der UBGM - Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement

 

Seminartipp: "Der gesunde Führungsstil - Gesundheitsfördernde & gesundheitsgefährdende Faktoren von Führungsverhalten"
Link zum Seminar: http://www.gesundheitsmanagement24.de/seminare-workshops/der-gesunde-fuehrungsstil.html

Link-Tipp zur BPTK-Studie: http://www2.bptk.de/uploads/psychische_erkrankungen_im_fokus_der_berichte_der_krankenkassen.pdf

 

 

Thema 2:

Betriebliche Gesundheitsanalysen in Unternehmen stark gefragt

Immer mehr Betriebe und Behörden erkennen in Anbetracht des demografischen Wandels die Wichtigkeit von Betrieblichem Gesundheitsmanagement. Doch wie baut man ein BGM im Unternehmen auf?


Grundaufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements

Der Grundaufbau eines Gesundheitsmanagements gliedert sich in:

1) Analyse & Auswertung
2) Zielsetzung
3) gesundheitsförderliche Maßnahmen
4) Evaluation.

Hierbei wird häufig unterschätzt, dass die Analyse der wichtigste Teil eines BGM-Prozesses ist, für die ausreichend Zeit einkalkuliert werden sollte. Da Analyse und Evaluation unzertrennlich miteinander verbunden sind, fließen in beide Phasen ca. 2/3 des zeitlichen Aufwandes ein.

Doch wie geht man an eine Gesundheitsanalyse in der Betrieblichen Gesundheitsförderung heran?

Eingangsanalysen in Unternehmen

Hierbei gibt es je nach Branche und Unternehmen unterschiedliche Kombinationen der Eingangsanalysen.  

- Begehungen
- Fehlzeitenanalysen
- Krankenstandanalysen
- Arbeitsplatzanalysen
- Arbeitsbelastungsanalysen
- Mitarbeiter-Interviews
- Experten-Interviews und selbstverständlich
- Fragebogen-Analysen.

 

Der FGL plus - Fragebogen für gesundes Leistungspotenzial

Für Gesundheitsanalysen in Unternehmen bieten sich Fragebogen-Analysen, als Online-Analyse oder "Paper & Pencil-Befragungen", als globales und quantitatives Messinstrument an. Interne Gesundheitsmanager bzw. externe Gesundheitsberater haben mit dieser Art der Analyse die Möglichkeit sich einen Überblick über Belastungen aber auch Ressourcen des gesamten Betriebes zu verschaffen.

Die UBGM - Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement  entwickelte hierzu in Zusammenarbeit mit der Excellence Universität, der Freien Universität Berlin, ein Messinstrument, den FGL plus. Dieser misst Gesundheit im Sinne gesunder Leistungsfähigkeit auf 4 unterschiedlichen Ebenen.

Die Ebenen gliedern sich in:

1) Körperliche Gesundheit
2) Psychische Gesundheitnews2102.png
3) Kognitive Gesundheit
4) Organisationale Gesundheit.

Eine weitere Besonderheit des FGL plus im Vergleich zu herkömmlich eingesetzten Fragebögen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, ist seine bipolare Ratingskala. Das bedeutet, dass in einer Frage bzw. Kategorie nicht nur gemessen werden kann, ob eine gesundheitliche Belastung in diesem Bereich der Gesundheit vorliegt, sondern ob diese aus einer Überlastung oder einer Unterforderung resultiert. Das Messinstrument gibt dadurch sehr effizient Auskunft über den aktuellen Gesundheits- bzw. Leistungsfähigkeitsstatus eines Betriebes/ Unternehmens. Der Mitarbeiter benötigt lediglich ca. 30 min. um die 65 Fragen zu beantworten.

Autorin: Christiane Sonne

Link zum FGL plus: http://www.gesundheitsmanagement24.de/organisations-entwicklung/analysen.html

 

 

Thema 3:

Präventionsgesetz auf Eis gelegt

Nach einer kleinen Anfrage der SPD-Fraktion an die neue Bundesregierung steht fest - das Präventionsgesetz ist "auf Eis gelegt".

Zum Anfang des Jahres stellte ein Teil der Abgeordneten der Bundestagsfraktion der SPD eine kleine Anfrage zur "Stärkung der gesundheitlichen Prävention" und deren zukünftige Weiterverfolgung in der großen Koalition. Lesen Sie hier die Reaktion darauf.


Regierung strebt kein Präventionsgesetz an

Gesundheit/Antwort - 11.03.2010

Berlin: (hib/MPI/JOH) Die neue Bundesregierung verabschiedet sich von einem zentralen Projekt der früheren Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). ”Die Bundesregierung wird den vom Bundesministerium für Gesundheit in der vergangenen Legislaturperiode erarbeiteten Entwurf eines Präventionsgesetzes nicht weiterverfolgen“, schreibt die Regierung in ihrer Antwort (17/845) auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/681). Vielmehr solle die gesundheitliche Prävention ”in ressortübergreifender Verantwortung wahrgenommen“ werden. Mit einem Gesamtkonzept zur gesundheitlichen Prävention solle das Ziel verfolgt werden, Menschen zu gesundheitsbewusstem Verhalten anzuregen, sie zu befähigen, Erkrankungen zu vermeiden und die Gesundheit zu erhalten, heißt es weiter. Im Rahmen der Präventionsstrategie werde die Regierung ”Vorhandenes bewerten und aufeinander abstimmen, nationale und internationale Erfahrungen und Erkenntnisse analysieren sowie auf bewährten Programmen und Strukturen aufbauen, diese weiterentwickeln und sie in die Fläche bringen“.

Link zur kleinen Anfrage: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/006/1700681.pdf
Quelle zur Antwort: http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_03/2010_075/02.html

 

 
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